Das kulturelle Erbe der Sorben

Musikverbundene Sprache

Dass die sorbische Tradition mehr sein kann als nur Folklore, zeigt der Erfolg der Rockband „Jankahanka“, auf Deutsch „Hänsel und Gretel“, die sorbisches Liedgut wie z.B. „Lubka Lilija“ in Popsongs mit modernen Texten verpackt. Damit kommt sie nicht nur auf sorbischen Volksfesten gut an. In den Dresdener Musik-Clubs und auch in Osteuropa interessiert sich vor allem ein junges Publikum für die Geschichten in der vom Untergang bedrohten Sprache.

Nukstock - Metalfestival der Sorben

In Croswitz findet alljährlich seit 20 Jahren am letzten Augustwochenende das sorbische Metalfestival "Nukstock" statt. Hier finden sich bedeutsam sorbische, deutsche, skandinavische, russische und osteuropäisch slawischsprachige Bands wieder und das offenherzige, kulturell interessierte Metalherz kommt hier immer auf seine Kosten.

Internationales Folklore Festival

Das Internationale Folklorefestival, ist ein seit 1995 alle zwei Jahre im Sommer stattfindendes Festival der Folklore in der Lausitz. Es findet in den Orten Crostwitz, Bautzen und Drachhausen viertägig von Donnerstag bis Sonntag statt und hat ca. 10.000 Besucher. Es wird von einem Vorbereitungskomitee der Domowina organisiert. Das Festival startet in der Regel am Donnerstagabend mit einem Festumzug durch Bautzen und der feierlichen Eröffnung. Am Samstag finden Musik- und Tanz-Aufführungen in Crostwitz auf traditionell und festlich geschmückten Bauernhöfen mit verschiedenen internationalen Folkloregruppen statt. Am Sonntag gibt es in Crostwitz einen mehrsprachigen Festgottesdienst und danach einen Festumzug der Teilnehmer durch den Ort.Ergänzend findet ein Markt traditioneller Gewerke und internationaler Spezialitäten statt. Neben Tanz- und Folkloregruppen der Lausitzer Sorben kommen während des Festivals Ensembles aus aller Welt in die Lausitz. Ein besonderes Aufmerksamkeit liegt auf der Teilnahme von Vertretern von Volksgruppen und Minderheiten.

Sorbische Tracht in der Moderne

Was für Berliner unvorstellbar ist, hat Designerin Sarah Gwiszcz nach ihrem Studienabschluss 2012 Wirklichkeit werden lassen: Sie kehrte der Großstadt den Rücken, um zurück in ihre Heimat nach Brandenburg zu gehen. Dort, in ihrem geliebten Spreewald, gründete sie 2014 ihr eigenes Label „Wurlawy“. Frei aus dem Sorbischen übersetzt bedeutet „Wurlawy“ so viel wie „wilde Spreewaldfrauen“, die in einer sorbischen Sage vorkommen. Und genau diese wilde Ungezwungenheit zeigt sich auch in der Mode von Sarah Gwiszcz. Inspiriert von dem, was sie vor ihrer Haustür findet, haucht die Designerin den typischen sorbischen Spreewaldtrachten neues Leben ein und katapultiert sie in die Jetztzeit. Traditionelle Muster und Trachtendetails finden sich auf zeitgenössischem Design wieder. Wurlawy ist die perfekte Symbiose von Tradition und Moderne in tragbarer Mode.